Pankreaskarzinom – translationale Aspekte

Die Prognose für Patienten mit Pankreaskarzinom ist nach wie vor sehr limitiert. Ursache hierfür ist die oftmals späte Diagnosestellung, die frühe Metastasierung, eine ausgesprochen hohe Therapieresistenz sowie das Fehlen geeigneter Subgruppen für zielgerichtete Therapieansätze.

Erste Ansätze der Immuntherapie waren enttäuschend
Das Pankreaskarzinom zeichnet sich dabei durch ein ausgeprägtes immunsuppressives Milieu aus, berichtete Florian Neff vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg beim DKK 2016 in Berlin. Dies erklärt nach seinen Worten, warum die ersten Ansätze einer Immuntherapie bei dieser Tumorerkrankung enttäuschend verlaufen sind.
Somit besteht das Ziel darin, durch ein besseres Verständnis der Tumorbiologie und der individualisierten Therapiestrategien, z.B. mittels Kombinationsansätzen, die Immunevasionsmechanismen  des Tumors zu umgehen und zu einer Verbesserung der Prognose beizutragen.    

Notch-Signalweg als therapeutisches Target?
Dem Notch-Signalweg scheint in dieser Hinsicht beim Pankreaskarzinom eine besondere Rolle zuzukommen. Sowohl bei der Reprogrammierung von Tumorzellen als auch bei tumorinfiltrierenden Immunzellen entscheidet dieser Signalweg über das Zellschicksal und steuert die zelluläre Plastizität. Der Notch-Signalweg ist damit ein potenzielles therapeutisches Target, wobei eine pharmakologische Beeinflussung durch „small molecules“, die sogenannten y-Sekretase-Inhibitoren, bislang jedoch klinisch noch nicht überzeugen konnte.
 
Rezeptorspezifische Antikörper ‒ ein hoffnungsvolles neues Konzept
Neue Strategien, die auf rezeptorspezifischen Antikörpern aufbauen, stellen laut Neff aufgrund ihrer höheren Spezifität ein vielversprechendes Konzept dar und werden aktuell auch beim Pankreaskarzinom evaluiert. „Wir gehen davon aus, durch das bessere Verständnis der Regulation von Tumorzellen über das Mikromilieu wie auch der Biologie des Tumorstromas neue Modelle und erfolgreiche Therapiestrategien erarbeiten zu können, die prädiktiv für eine erfolgreiche Translation in klinische Studien sind“, erläuterte der Wissenschaftler in Berlin.
Von den neuen Immunstrategien dürften nach seinen Ausführungen derzeit vor allem Patienten mit mikrosatelliteninstabilen Tumoren mit hoher Mutationsrate profitieren. Neff: „Unser Ziel ist es, mit neuen Therapiekonzepten die Gruppe der auf die Immuntherapie ansprechenden Patienten deutlich zu vergrößern“.